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Bitkom-Studie: Datenschutz in der Deutschen Wirtschaft 2026, KI und internationaler Datentransfer


Datenschutz ist 2026 kein Nice-to-have-Thema mehr, sondern ein knallharter Standortfaktor – gerade, wenn Unternehmen KI einsetzen und international Daten bewegen.

 

 

Datenschutz zwischen Dauerbaustelle und KI-Treiber

Die Bitkom-Studie "Datenschutz in der deutschen Wirtschaft 2026" zeigt sehr deutlich: 97 Prozent der befragten Unternehmen empfinden den Aufwand für Datenschutz als hoch oder sehr hoch, bei 69 Prozent ist er im letzten Jahr weiter gestiegen.  Dokumentationspflichten, technische Implementierung und die Klärung rechtlicher Anforderungen binden enorme Ressourcen, ohne dass sich je das Gefühl einstellt: „Jetzt sind wir fertig.“ 86 Prozent sagen, Datenschutz sei eine Daueraufgabe, die nie abgeschlossen ist.

 

Gleichzeitig erkennen zwei Drittel der Unternehmen an, dass die DSGVO die Datensicherheit verbessert hat – Datenschutz wirkt also, aber er reibt. 81 Prozent erleben die DSGVO als Prozessbremse und 71 Prozent wünschen sich Lockerungen.  Viele Unternehmen fühlen sich zwischen Schutzanspruch und Umsetzbarkeit regelrecht eingeklemmt.

 

 

KI braucht Daten – und klare Spielregeln

Beim Thema Künstliche Intelligenz / KI wird dieser Zielkonflikt besonders sichtbar. 69 Prozent der Unternehmen sagen, dass Datenschutzregelungen das Training von KI-Modellen mit ausreichend Daten erschweren.  63 Prozent sehen sogar die Gefahr, dass KI-Entwickler wegen des Datenschutzes Europa verlassen.

 

Gleichzeitig zeigt die Studie auch die andere Seite: 58 Prozent der Befragten sehen im Datenschutz einen Faktor, der Rechtssicherheit bei der Entwicklung von KI-Anwendungen schafft.  Anders gesagt: Ohne Daten kein KI-Wettbewerb, ohne Vertrauen kein KI-Einsatz im Kerngeschäft.

 

Spannend ist, dass Unternehmen zunehmend prüfen, wie KI selbst zum Enabler für Datenschutz werden kann – etwa durch automatisierte Anonymisierung, Pseudonymisierung oder Systeme, die Datenschutzverstöße erkennen.  Erste Pilotanwendungen setzen genau hier an und verbinden KI mit Compliance-by-Design.

 

 

Internationale Datentransfers: Ohne geht es nicht

Beim Blick auf internationale Datentransfers wird klar: Globaler Geschäftsbetrieb ohne Datenexport ist Illusion. Eine Mehrheit der Unternehmen überträgt personenbezogene Daten in Drittländer; Haupttreiber sind Cloud-Angebote (96 Prozent) sowie Kommunikations- und Videokonferenzsysteme (90 Prozent).

 

Die wichtigsten Zielregionen bleiben die USA, gefolgt von Großbritannien und Indien.  Standardvertragsklauseln sind weiterhin die zentrale Rechtsgrundlage für Datentransfers in die USA (80 Prozent), während das EU‑US Data Privacy Framework erst von etwa einem Fünftel genutzt wird.  Binding Corporate Rules und Einwilligungen ergänzen das Bild, sind aber eher die Ausnahme als die Regel.

 

Was passiert, wenn internationale Transfers wegfallen würden?

 

Aus Unternehmenssicht ist das ein ernstes Szenario:  

  • 75 Prozent rechnen mit steigenden Kosten.
  • 68 Prozent erwarten Wettbewerbsnachteile gegenüber Nicht‑EU‑Unternehmen.
  • 66 Prozent sehen globale Lieferketten gefährdet.
  • 57 Prozent könnten bestimmte Produkte oder Services nicht mehr anbieten.

 

Internationale Datentransfers sind damit kein „Nice-to-have“, sondern eine operative Voraussetzung für moderne IT- und Geschäftsprozesse – von Cloud-Infrastruktur bis 24/7‑Security-Support.

 

 

Was Unternehmen jetzt konkret brauchen

Die Studie ist in einem Punkt eindeutig: Unternehmen fordern keinen „Datenschutzabbau“, sondern praktikable Regeln. 85 Prozent wünschen sich einfacher verständliche Vorgaben, ebenfalls 85 Prozent weniger Bürokratie bei Datenschutzvorfällen.  79 Prozent erwarten eine Reform der DS‑GVO, 69 Prozent eine bessere Abstimmung mit anderen Regulierungen und 62 Prozent mehr Hilfestellung durch Aufsichtsbehörden.

 

Im Kern kristallisieren sich drei Handlungsfelder heraus:  

  • Klarheit schaffen: Weniger Interpretationsspielräume, mehr belastbare Leitplanken – besonders für KI-Einsatz und internationale Transfers.
  • Aufwand fokussieren: Dokumentation dort verschlanken, wo sie wenig Mehrwert stiftet, und Ressourcen auf echte Risiko‑Hotspots lenken.
  • Datenschutz strategisch denken: Datenschutz als Governance-Thema auf Vorstandsebene verankern und eng mit KI‑, Cloud‑ und Sourcing-Strategien verzahnen.

 

 

Mein Fazit für die Praxis

Aus Sicht eines Unternehmens, das KI nutzen und international arbeiten will, führt der Weg nicht an einem professionellen Datenschutz vorbei – aber er muss anders gedacht werden. „Mehr Ordner“ löst keine KI‑Fragen und macht keinen Datentransfer rechtssicher.  

 

Wer heute wettbewerbsfähig bleiben will, braucht:  

  • eine klare Datenstrategie,  
  • eine saubere Rechtsgrundlagenarchitektur für internationale Transfers,  
  • und einen Datenschutz, der KI nicht nur begrenzt, sondern aktiv mitgestaltet.  

 

 

Oft ist die beste Unterstützung im Datenschutz extern, weil Erfahrung und die Sicht von außen wertvoll sein kann. Gerne unterstütze ich Ihr Unternehmen beim Auf- und Ausbau des Datenschutzes und Compliance mit meiner langjährgen, juristischen Expertise.