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Buch: Recht sehenwert - Der erste juristische Reisebegleiter für ganz Deutschland von André Niedostadek


Orte des Rechts – ein besonderer Reiseführer für Juristen

Es ist mir eine ganz besondere Freude, dieses Buch in meinem Blog vorstellen zu dürfen. Denn ich kenne André Niedostadek nicht nur als Rechtsprofessor, sondern auch als Motorradfahrerkollegen – und natürlich als Autor zahlreicher (Fach‑)Bücher.  

 

Ehrlich gesagt: Schon die Idee, einen Reiseführer für Juristinnen, Juristen und rechtlich oder geschichtlich Interessierte zu schreiben, finde ich genial. „Recht ist nicht nur Theorie. Es hat Wirkung. Es hat Geschichte(n). Und es hat Orte.“ Besser kann man es kaum formulieren. Diese Orte sind mir – und sicher vielen Kolleginnen und Kollegen – in Ausbildung und Praxis längst aufgefallen. Ich denke etwa an das eindrucksvolle Gebäude des Verwaltungsgerichts Düsseldorf oder das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig, das ich vor Jahren zufällig auf dem Weg zum Landgericht entdeckt habe.

 

Mehr als ein klassischer Reiseführer

Reiseführer über gute Restaurants und vermeintliche Geheimtipps gibt es wie Sand am Meer. Doch da André bekanntlich besondere Reisebücher schreibt, erwarte ich hier deutlich mehr – Tiefe, historische Bezüge, Denkanstöße. Genau das macht für mich den Reiz aus, solche Bücher zu lesen, die nicht nur Reiseziele bieten, sondern Inspiration für Motorradtouren und Ausflüge mit Mehrwert.

 

Ich gestehe: Einige der beschriebenen Ziele kenne ich bereits und habe mir meine Favoriten herausgepickt.  

 

1 – Schutzpatron der Juristen

Dass es überhaupt einen Schutzpatron für Juristen gibt, wusste ich bislang nicht – geschweige denn, dass sein Relief im nahegelegenen Solingen zu finden ist. Der heilige Ivo, geboren als Yves Hélory de Kermartin (1253–1303), wird als „Anwalt der Armen“ verehrt und soll zahlreiche Wunder vollbracht haben. (Achtung, Ironie!) Welcher Jurist wundert sich nicht auch manchmal über die Ergebnisse seines eigenen Schaffens?  

 

In unserer heutigen Welt, die oft von „höher, schneller, weiter“ geprägt ist, verdient dieser Kollege besonderen Respekt – und vielleicht auch mehr Aufmerksamkeit am 19. Mai, seinem Gedenktag. Eine charmante Idee: Warum nicht einmal im Jahr bewusst dem ursprünglichen Ideal des juristischen Berufsstands gedenken?

 

Als #TourJur-Zusatztipp für Solingen empfehle ich auch das Museum Plagiarius – ein Muss für alle, die sich im gewerblichen Rechtsschutz zuhause fühlen. Dort werden nachgemachte Produkte ausgestellt, die mal amüsant, mal erschreckend sind – von Alltagsgegenständen bis hin zu Kettensägen, die man lieber nicht in Aktion erleben möchte.

 

19 – Pionier der Rechtswissenschaft

Als Absolvent der Universität zu Köln, einer der ältesten Europas, bin ich auf den Spuren einer großen juristischen Tradition unterwegs. Auf dem Kölner Heumarkt begegnet man Friedrich Carl von Savigny, einem der bedeutendsten Rechtsgelehrten seiner Zeit. Sein Wirken hat maßgeblich zur Entstehung unseres bis heute gültigen Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB) beigetragen – und selbst mir als Kölner war nicht alles bekannt, was im Buch dazu zu lesen ist.

 

Recht erleben – nicht nur studieren

Kurz gesagt: Dieses Buch hat mir Lust gemacht, im Sommer mit dem Motorrad auf kleinere und größere Touren zu gehen – auf der Suche nach weiteren „Orten des Rechts“. Denn Recht ist wirklich nicht nur Theorie. Es lebt – in Gebäuden, Geschichten und Begegnungen.

 

Meine Empfehlung: Kaufen, reisen, entdecken – und rechtshistorisch sehenswerte Orte kennenlernen. Denn Recht hat Geschichte. Und Geschichte hat Orte.